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tma ottakring - Tierarzt & Tiere Blog

Samstag, 3.Mai 2008

 

HD Hüftgelenksdysplasie bei grossen Hunderassen

veröffentlicht von DOC in Gelenke, Hunde

Bei den meisten größeren Hunderassen, ist besonderes Augenmerk auf die Hüften zu lenken. Die Hüftgelenksdyplasie, HD genannt, ist die am meisten bekannte Erkrankung aus der Gruppe der Fehlentwicklungen (Dyplasien).
Lt. seriösen Zuchtordnungen der meisten Zuchtvereine, darf nur mehr mit HD-freien Elterntiere gezüchtet werden.

Was ist nun HD eigentlich?

Die Hüftgelenksdysplasie (HD) ist eine Fehlentwicklung des Hüftgelenks. Betroffen sind sämtliche Hunderassen, wobei großwüchsige Rassen das Krankheitsbild besonders häufig ausbilden. Erstmalig diagnostiziert wurde sie am Deutschen Schäferhund, weswegen diese Krankheit fälschlicherweise hauptsächlich mit ihm in Verbindung gebracht wird, obwohl mittlerweile andere Rassen stärker betroffen sind. Die Häufigkeit des Vorkommens (Prävalenz) beträgt je nach Rasse vier bis etwa 50 Prozent. Auch bei Hauskatzen kann diese Krankheit auftreten, hier besonders unter Maine-Coon-Katzen.

Die HD ist zu großen Teilen genetisch bedingt. Da falsche Ernährung und Haltung die Entstehung oder das Fortschreiten der Krankheit begünstigen können, spricht man von einem multifaktoriellen (von vielen Faktoren abhängigen) Geschehen.

Die Ausprägung klinischer Symptome einer HD variiert in Abhängigkeit vom Alter bzw. Stadium der Krankheit. Bei relativ jungen Tieren, im Alter von einem halben bis einem Jahr, kommt es zur Schmerzhaftigkeit, weil der Oberschenkelkopf in der Hüftgelenkspfanne (Acetabulum) nur ungenügenden Halt findet und durch seine abnorme Beweglichkeit schmerzregistrierende Nervenfasern der Knochenhaut des Pfannenrandes gereizt werden. Ältere Tiere bilden Schmerzhaftigkeiten eher infolge fortschreitender degenerativer Veränderungen (Arthrosen) des Hüftgelenkes aus.

Eine beginnende HD äußert sich in zunehmenden Schmerzen bei Spaziergängen, der Hund will nicht mehr weit laufen, setzt sich öfter hin, schreit beim Spielen ab und zu auf und zeigt einen instabilen Gang.

Insbesondere beim jungen Hund ist aber nicht gleich jedes Beschwerdeanzeichen im Bewegungsapparat ein Hinweis auf HD. Vielmehr handelt es sich hierbei meistens um Beschwerden aufgrund des Wachstums.

Die einzig zuverlässige Möglichkeit zum Erkennen des Schweregrades der Erkrankung bildet die Röntgenuntersuchung.

Da bei dieser die Gelenke überstreckt werden müssen, was beim Vorliegen einer HD starke Schmerzen verursacht, wird sie unter einer Kurznarkose durchgeführt. Voraussetzung für eine aussagekräftige Diagnose ist die exakte Positionierung des untersuchten Tieres in Rückenlage mit gestreckten, parallel gelagerten Oberschenkeln und orthograd zum Strahlengang eingedrehten Kniescheiben. Zusätzliche Aufnahmen können in “Froschhaltung” der Oberschenkel oder im seitlichen (latero-lateralen) Strahlengang erfolgen.

Ein wesentliches Auswertungskriterium ist der Norberg-Winkel. Er ist als der Winkel definiert, der zwischen dem Zentrum des Oberschenkelkopfes und dem vorderen Pfannenrand abgetragen wird (siehe Abbildung). Bei einem HD-freien Tier sollte er mehr als 105° betragen.

Weitere Kriterien zur Beurteilung sind die Kongruenz von Oberschenkelkopf und Gelenkpfanne, die Weite des Gelenkspaltes, die Pfannenkontur, die Kontur des Oberschenkelkopfes sowie das Vorhandensein von Hinweisen auf arthrotische Prozesse wie walzenförmige Verdickungen des Oberschenkelhalses, Randwülste an der Gelenkpfanne, unter dem Knorpel befindliche Verdichtungen der Knochensubstanz im Pfannenbereich und die Einlagerung von Knochenmaterial am Ansatz der Gelenkkapsel (Morgan-Linie).

Mit welchem HD-Befund ist mein Hund nun HD-frei?

In den meisten Ländern wird nach einem Schema befundet, wobei die einzelnen Abstufungen mit Buchstaben von A bis E eingeteilt werden. In früheren Jahren gab es auch noch andere Bezeichnungen. In einigen Ländern werden diese Abstufungen auch anders bezeichnet, bzw. nach anderen Kriterien beurteilt.

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