Adipositas bei Hund & Katze

Adipositas Allgemeines

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Bis zu 40 Prozent aller Hunde über sieben Jahren leiden unter Adipositas, wobei erhebliche Rassenunterschiede bestehen. Zu den häufig betroffenenen Rassen zählen Labrador, Cairn Terrier, Cocker Spaniel, Langhaardackel, King Charles Spaniel, Basset Hound oder Beagle. Kastration, hormonelle Dysregulation (Fehlfunktionen) und verminderte körperliche Aktivität unterstützen diesen Prozess. Zehn Prozent Übergewicht gegenüber dem Normalwert werden als beginnende, 20 Prozent als manifeste Adipositas eingestuft. Während normalgewichtige Hunde über einen Körperfettgehalt von ca. zehn bis 20 Prozent verfügen, misst man bei übergewichtigen Hunden bis zu 40 Prozent.

Warum die Prophylaxe oft scheitert

Die wichtigsten Folgen des Übergewichtes sind bekannt: Erhöhtes Risiko für Endokrinopathien (Störungen im Hormonhaushalt) wie Diabetes mellitus, Kreislauferkrankungen, Skelettprobleme und Arthrosen, Beeinträchtigung der Immunfunktion, Tumoren, Hauterkrankungen und Pankreatitis (Entzündungen der Bauchspeicheldrüse). Vorbeugende Massnahmen wären ideal, allerdings sieht die Praxis anders aus: Nachgiebige Tierhalter und als Zuwendung oder Bestechung missbrauchtes Futter erschweren die Prophylaxe. Da die Mechanismen , die zur Sättigung des Hungergefühls führen, noch nicht vollständig geklärt sind, vermutet man, dass die Regulation der Futteraufnahme bei adipösen Hunden gestört ist. Dazu gehört eine Vielzahl von Sättigungssignalen, u.a. ausgehend von Osmorezeptoren , pH-Rezeptoren sowie Chemorezeptoren und Dehnungsrezeptoren im Magen, wo das „Gastric releasing peptide(GRP)” freigesetzt wird, die Hauptsubstanz der Sättigung. Interessant ist neben Insulin und Glucagon die Rolle des „Schlankheitshormones” Leptin (griech.: mager), dessen Bildung durch energiereiche Nahrung stimuliert wird und dessen Konzentration im Blut mit der Fettmasse und Fettzellgröße korreliert. Es hemmt über Rezeptoren im Zentralnervensystem die Futteraufnahme und den Fettansatz und scheint so die langfristige Energiebilanz konstant zu halten.

Gezieltes Abspecken beim Hund

Der Aufbau von Fettreserven erfordert eine Energieüberversorgung. Nach dem diese „dynamische Phase” abgeschlossen ist, beginnt die „statische Phase” der Adipositas, in der eine völlig normale oder gar reduzierte Futterraufnahme vorliegen kann. Bei Befragung der Hundebesitzer stellt sich häufig heraus, dass neue Geschmacksreize durch häufig wechselnde Futtermittel, außerordentliche Zwischenmahlzeiten und Snacks die häufigsten Ursachen der Adipositas ihres Vierbeiners darstellen, während die Fütterungsfrequenz und die Art des Energieträgers – Fett oder Kohlenhydrate – von sekundärer Bedeutung für den Fettansatz sein dürfte. Vor einer gezielt durchgeführten Gewichtsreduktion sollten differentialdiagnostisch Ödeme, Hypothyreose (Schilddrüsenunterfunktion), Dysfunktionen der Nebennieren (Morbus Cushing) abgeklärt werden. Die altbewährte Behandlung der Adipositas besteht in einer Reduktion der Energiezufuhr und einem gezielten Bewegungstraining, das auf die Möglichkeiten des Tierbesitzers Rücksicht nehmen sein muss. Empfohlen wird eine Reduktion der Energiezufuhr auf ca. 60 Prozent des Erhaltungsbedarfs mit Hilfe von Diätfuttermitteln, die zu einem Gewichtsverlust von ein bis zwei Prozent pro Woche führt.

 

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