Impfung Hund - neue Erkenntnisse

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Impfung Hund - Stand 2008

Durch die Impfmaßnahmen der letzten Jahrzehnte haben viele Infektionskrankheiten an Bedeutung verloren und spielen eine viel geringere Rolle im klinischen Alltag. Leider gibt es sämtliche Erreger, meist ein Virus, aber immer noch, die Erkrankungen sind aber auf Grund der hohen Impfmoral deutlich zurückgegangen. Das Staupe - Virus beispielsweise kursiert nach wie vor in Wildtierpopulationen wie Dachs oder Marder, Parvo - Virus (Erreger der Katzenseuche bzw Parvovirose) können in der Außenwelt monatelang infektiös bleiben. Somit gilt für eine Impfung ganz allgemein, bei Mensch wie auch Tier: Je mehr Individuen einer Population gegen einen Erreger geimpft sind, umso weniger kursieren in der Außenwelt und umso geringer ist auch der Infektionsdruck für jedes einzelne Individuum. Somit trägt jeder geimpfte Hund zum Schutz der Gesamtpopulation in einem bestimmten Umfeld bei. Denn über eines muss man sich immer im Klaren sein: eine Impfung wird leider nie einen absoluten Schutz gewährleisten können. Gerade in unseren Raum gelangen derzeit, auch der ORF hat darüber ausführlich berichtet, sehr viele Hunde aus Tschechien, der Slowakei oder Ungarn, die teilweise aus legebatterieähnlichen Zuchtanstalten kommen und nie eine Impfung bekommen haben. Diese sind leider häufig Träger gefährlicher Erreger, werden teilweise schon krank erworben oder erkranken dann beim neuen Besitzer. Viele dieser Tiere können trotz intensiver Therapie nicht mehr gerettet werden.

Somit kommen wir zu einem der wichtigsten Punkte der Impfung – der Grundimmunisierung.
Neugeborene sind, ein entsprechend geimpftes Muttertier vorausgesetzt, über die in der Muttermilch enthaltenen maternalen Antikörper vor Infektionskrankheiten anfänglich geschützt. Dieser maternale Antikörperspiegel in der Muttermilch fällt im Laufe der ersten Wochen nach der Geburt ab, bis er schließlich so niedrig ist, dass kein Schutz mehr vor einer Feldinfektion besteht. Das Problem bei der Grundimmunisierung liegt also darin, dass man mit der ersten Impfung nicht zu früh beginnen darf (nicht vor 6 Wochen), weil die noch vorhandenen Antikörper in der Muttermilch das Antigen aus den Impfstoff abneutralisieren und das Immunsysten deshalb keine eigenen Antikörper bilden kann. Andererseits darf man auch wieder nicht zu spät (erst nach der 8. Lebenswoche) impfen, weil Welpen, die zu diesem Zeitpunkt oft schon bei ihren neuen Besitzern sind, mit Erregern in Kontakt kommen können, gegen die sie keinen, oder keinen ausreichenden Schutz haben. Man spricht in diesem Zusammenhang oft von einer „immunologischen Lücke“, die man möglichst sicher überbrücken muss. Es hat in neuesten klinischen Studien Fälle gegeben, bei denen maternale Antikörper bis weit nach der 12. Lebenswoche im Blut gemessen werden konnten. Eine zweimalige Impfung wie bisher in der 8. und 12. Lebenswoche wäre somit in so einem Fall völlig wirkungslos gewesen.

Aus diesem Grund wird nach neuestem Stand der Wissenschaft folgendes Grundimmunisierungsschema empfohlen:

  1. Impfung frühestens mit der 8. Lebenswoche (außer bei hohem Infektionsdruck)
  2. Impfung mit der 12. Lebenswoche
  3. Impfung mit der 16. Lebenswoche
  4. Impfung mit ca 15 – 16 Monaten (war früher die ganz normale Auffrischungsimpfung, ist aber die wichtigste Impfung überhaupt und wird somit noch zur Grundimmunisierung gezählt)

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